Ruhestand ja – aber bitte nicht nur ruhig!

Das soll die Seniorengruppe sein? Schallendes Gelächter ertönt, wenn die Bewohner fortgeschrittenen Alters mit Gummi-Wurfgeschossen auf die Mitarbeiter zielen. Jeder Treffer wird von lauten Freudenrufen begleitet. Oder was für eine Gaudi, wenn in geselliger Runde die sprechenden Stofftiere auf dem großen Tisch aufeinander treffen.
Egal ob bei Spielen oder im täglichen Miteinander: Bewohner und Mitarbeiter pflegen Heiterkeit und Humor und schaffen damit die Grundlage für einen lebendigen Ruhestand.

Die tagesstrukturierenden Maßnahmen sind ein Angebot für erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung, die das Erwerbsleben beendet und in die Lebensphase des Ruhestandes eingetreten sind. Hier erhalten sie Hilfe, ihre neue Lebenssituation kennenzulernen und den Ruhestand bestmöglich zu gestalten.

Gerade der Wechsel von Gewohntem zu Ungewohntem, von einem Lebensabschnitt in den nächsten ist für viele Menschen mit großer Unsicherheit und Ängsten verbunden, die durch die altersbedingt zunehmenden körperlichen Beschwerden verstärkt werden. Die Folge können Rückzug, Aggression oder Verweigerungshaltungen sein. In Kooperation mit den Dambacher Werkstätten wird daran gearbeitet, diesen Ängsten zu begegnen und die Menschen mit Behinderung auf den Ruhestand vorzubereiten.

Die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben wird dann als sinnvoll erlebt, wenn  sie persönliche Kontakte und einen abwechslungsreichen Tagesverlauf beinhaltet – einen Mix aus Bewährtem und Neuem. Für das Selbstwertgefühl ist es wichtig, nach dem Wegfall der Pflichten des Arbeitslebens neue Aufgaben und Möglichkeiten aufgezeigt zu bekommen. Das sind die Fundamente, auf denen sich die tagesstrukturierenden Maßnahmen gründen.

Schon vor über zehn Jahren haben sich die Wohnstätten der Lebenshilfe Fürth mit dem Thema einer adäquaten Tagesstruktur  für ihre Ruheständler auseinandergesetzt. Entstanden sind eine Konzeption und eine interne Gruppe, in der die tagesstrukturierenden Maßnahmen durchgeführt werden.

Angebot und Ziele

Aktivität und Beschäftigung sind Grundbedürfnisse des Menschen. Für das seelische und psychische Wohlbefinden ist das Gleichgewicht zwischen Aktivität und Passivität, Beschäftigung und Muße sehr wichtig. Ungleichgewicht kann sich in individuell unterschiedlichem Verhalten wie Niedergeschlagenheit und Unausgeglichenheit oder auch Zorn und Wut ausdrücken. Aktivitätsangebote, die auch abgelehnt werden dürfen, bieten die Möglichkeit von positivem Erleben und eigenen Entscheidungen. Erfolgserlebnisse sind Schlüssel zur Motivation, Spaß und Freude ein Ausdruck für Wohlbefinden. Alles, was die Lebensfreude fördert, dient einer verbesserten Lebensqualität, die Krankheit, Schmerz und Hilfebedürftigkeit reduziert. 

Diese Lebensfreude wollen wir vermitteln durch Zuspruch, verschiedene Impulse, Gespräche, Sinnesanregungen und gemeinschaftliches Erleben, aber auch durch die Versorgung der primären physiologischen Grund- und Sicherheitsbedürfnisse.

Wir bieten Orientierung im Tagesablauf durch eine grobe Tagesstruktur, geben Anregungen und Hilfestellungen bei der Gestaltung des persönlichen Tages, ermöglichen Kontakte zu früheren Arbeitskollegen. Auch Neues kann erfahren werden – zum Beispiel im Rahmen von Ausflügen und bei Kreativ- und Spielangeboten. Durch die Möglichkeit den Alltag mitzugestalten,  wird der Erhalt individueller Fähigkeiten unterstützt, eine wichtige Voraussetzung, damit Menschen mit Behinderung so lange wie möglich selbständig leben können.

Räumlichkeiten

Die TENE nutzt derzeit die Räumlichkeiten der Seniorenwohngruppe des Stammwohnheimes in der Fronmüllerstraße  70. Dadurch haben die Senioren den Vorteil kurzer Wege, eine vertraute Umgebung, Rückzugsmöglichkeit in die eigenen vier Wände sowie die Möglichkeit, den Tag im individuell entwickelten Tagesrhythmus leben zu können.

In der TENE können bislang neun Menschen betreut werden, teilweise auch aus anderen Wohngruppen.

Es gibt ein großes Wohnzimmer mit Ess- und Wohnbereich sowie eine ebenerdig erreichbare Terrasse. Weiterhin können zwei Snoezelen-Räume, eine Mehrzweckhalle und ein Turnraum genutzt werden, auch die Gruppenküche steht zur Verfügung. Das Essen wird dort, oft in Zusammenarbeit mit den Senioren, täglich frisch zubereitet.

Die Kosten trägt in der Regel der Bezirk Mittelfranken. Die TSM ist von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr – 15.00 Uhr und am Freitag von 8.00 Uhr – 14.00 Uhr besetzt.

Kontakt

Wohnpflegeheim der Lebenshilfe Fürth

Fronmüllerstraße 70
90763 Fürth

Tel.:  0911 / 97 38 90
Fax: 0911 / 97 38 958

email: u.osten@lebenshilfe-fuerth.de

Ansprechpartner:
Ute Osten
Bereichsleitung